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Westfälischer Anzeiger
08.04.2011

In Bockum-Hövel sehen Kunden doppelt

BOCKUM-HÖVEL ▪ „Ich glaub‘, ich spinne“, irgendwie fühlte sich der Mann in das Märchen vom Hasen und Igel versetzt. Als er sich in der Schwienhorst-Filiale in Münster-Hiltrup nach einem Wasserbett erkundigt hatte, wurde ihm von einer freundlichen Mitarbeiterin erklärt, dass er sich das Modell im Möbelhaus in Bockum-Hövel ansehen könnte. Sofort setzte er sich ins Auto und fuhr von Münster nach Bockum-Hövel. Hier angekommen wurde er von dem gleichen freundlichen Gesicht begrüßt und der Kunde war höchst erstaunt, dass sich die Mitarbeiterin ebenfalls so schnell auf den Weg gemacht hatte.


Bei Möbel Schwienhorst sehen die Kunden doppelt. Ute Beckmann (Zweite von links) arbeitet seit 25 Jahren für das Möbelhaus. Ihre „kleine“ Zwillingsschwester, Birgit Gorhold, folgte ihr fünf Jahre später. Nachdem beide gleichzeitig Mutter geworden waren, teilen sie sich einen Job. Peter Lord-Schwienhorst (links) und Robin Schwienhorst dankten mit Urkunde und Blumen für die langjährige Mitarbeit.
Die Begebenheit liegt nun schon ein paar Jahre zurück, aber wird im Möbelhaus Schwienhorst immer noch gern erzählt. Wer weiß denn schon, dass mit Ute Beckmann und Birgit Gorhold Zwillingsschwestern im Möbelhaus beschäftigt sind, die sich wirklich zum Verwechseln ähneln.

Selbst Peter Lord-Schwienhorst fällt es mitunter nicht leicht, seine beiden Angestellten auseinander zu halten. Doch nach 25 und 20 Jahren Firmenzugehörigkeit kann der Chef seine Mitarbeiterinnen aufgrund des Lachens und der Stimme erkennen. Urkunden und Blumensträuße überreichten er und Junior Robin Schwienhorst jetzt den Zwillingen für die lange Firmenzugehörigkeit.

Ute Beckmann war vor 25 Jahren im Möbelhaus angefangen. Birgit Gorhold, die „kleine Schwester“, die zehn Minuten jünger ist, folgte fünf Jahre später.

„Als beide zur gleichen Zeit schwanger wurden“, war das für mich natürlich ein Schlag, berichtet Lord-Schwienhorst. Doch es wurde eine Lösung gefunden, von der heute noch die Firma und die Familien profitieren.

Job-Charing der besonderen Art

Das Job-Charing der besonderen Art bringt es dann heute mit sich, dass Kunden die morgens mit der einen Schwester gesprochen haben, am Nachmittag von den anderen Schwester bedient werden und manchmal die gleichen Fragen beantworten müssen.

„Daran haben wiruns längst gewöhnt“, erzählen Ute Beckmann und Birgit Gorhold, die in Hamm schon als Müller-Töchter bekannt geworden sind. Ihr Vater war Hausmeister in den Zentralhallen und da fielen die beiden Mädchen natürlich auch auf. Verwechselspiele, so wie es früher auch schon einmal in der Schule gemacht haben, gibt es natürlich am Arbeitsplatz nicht – zumindest nicht absichtlich. Peter Schwienhorst möchte „seine“ Zwillinge nicht missen.

„Wir sind ein Familienbetrieb“, freut er sich auch über die gute Zusammenarbeit der heute zwölf Mitarbeiter. Für einige Zeit haben sogar die beiden Ehemänner der Zwillinge im Haus Schwienhorst gearbeitet, das derzeit auch zwei Auszubildende hat, die beide jetzt nach ihrer Prüfung übernommen werden. ▪ hwa